
Mainz, 5.10.2009: Kardinal Karl Lehmann (l.) segnete die neu gestaltete Grabstätte von Pfarrer Franz Adam Landvogt in Mainz-St. Peter.
„Er ist uns in ganz besonderer Weise ein Vorbild“
Lehmann segnete neue Grabstätte von Pfarrer Franz Adam Landvogt in Mainz-St.Peter
Mainz. Der Bischof von Mainz, Kardinal Karl Lehmann, hat die renovierte Ruhestätte von Pfarrer Franz Adam Landvogt (1889 bis 1953) in der katholischen Pfarrkirche St. Peter in Mainz gesegnet. Lehmann segnete die Grabstätte, die von dem Mainzer Künstler Karlheinz Oswald künstlerisch neu gestaltet wurde, am Montag, 5. Oktober, dem Todestag von Pfarrer Landvogt, im Rahmen einer Heiligen Messe.
In seiner Predigt sagte Lehmann, dass Pfarrer Landvogt in die Reihe der großen Priester des Bistums Mainz gehöre. Zwar sei Landvogt nicht selig- oder heiliggesprochen, er sei jedoch als vorbildlicher Christ und Priester ein heiligmäßiger Mann gewesen. „Er ist uns in ganz besonderer Weise ein Vorbild“, sagte er. Der Kardinal würdigte die Frömmigkeit Landvogts, die mit einer großen Zuwendungsfähigkeit zu den Menschen gepaart gewesen sei. „Er ist im Dienst für andere aufgegangen“, sagte er. Landvogt habe die Menschen in den Bombennächten des Zweiten Weltkriegs gesucht, die Ausgebombten besucht, den jungen Männern, die zur Wehrmacht eingezogen wurden, „nächtelang Briefe geschrieben“. „Pfarrer Landvogt hat niemanden im Stich gelassen und sich so in die Herzen der Menschen in Mainz hineingeschrieben“, betonte Lehmann. Durch die Neugestaltung der Grabstätte werde das Gedächtnis an ihn weiter gepflegt, sagte er. Auch wenn Landvogt nicht selig- oder heiliggesprochen sei: „Dies nimmt nichts von der tiefen Verehrung, die wir ihm schenken. Wir bleiben seiner Heiligkeit am besten auf der Spur, wenn wir den Geist Christi in seinem Leben nachfolgen“, hob der Kardinal hervor.
Nachdem an der Grabstätte bereits im Jahr 2003 eine Bronzeplastik von Oswald mit der Büste von Pfarrer Landvogt aufgestellt worden war, hat der Mainzer Künstler nun zwei Buntglasfenster gestaltet. Zudem wurde die noch erhaltene Grabplatte in eine Wand eingelassen. Eine kleine Gedenktafel am Eingang des Raumes informiert über Leben und Botschaft Pfarrer Landvogts, der sich während und nach dem Zweiten Weltkrieg als Mainzer „Trümmerpfarrer“ für Arme, Kranke, Obdachlose und für die Jugend eingesetzt hatte. Lehmann erinnerte in seiner Predigt daran, dass Pfarrer Landvogt Menschen beflügelt habe, sein „Werk der Caritas“ weiterzuführen. Das Gedenken an Pfarrer Landvogt lebt beispielsweise in dem Mainzer Verein „Pfarrer Landvogt-Hilfe“ fort. Der Verein ist Träger einer Teestube für Wohnungslose, einer Kleiderkammer für Wohnungslose sowie der Beratungsstelle „Start-Hilfe“, die Menschen ohne feste Wohnung berät und begleitet.


PitBreereag | 8.11.2011 20:01









